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1965 - 2006 |
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41 Jahre Tennisabteilung
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Als ich im Jahre 1979 in die Tennisabteilung des SSV Vingst 05 eintrat, wusste ich zunächst nicht, dass diese zu dem Zeitpunkt erst 14 Jahre bestand. Die meisten Tennisvereine, die ich kannte, waren viel älter. Tennis hatte ja auch immer den Ruf des elitären Sports gehabt, den sich nur Besserverdienende leisten konnten. Immer schon hatte ich mich für diesen Sport interessiert, aber 1000DM und mehr Aufnahmegebühr – wie sie üblich war – konnten meine Eltern für mich nicht bezahlen. Als ich dann 1979 von der Tennisabteilung des SSV Vingst 05 erfuhr und von den moderaten Preisen – damals 150,- DM Aufnahme und 150,- DM Jahresbeitrag – war für mich sofort klar: Da bist du dabei! Der Anfang war schwer. Nicht dass ich mit dem Tennisschläger nicht klargekommen wäre! Das klappte nach dem ersten Kurs, den ich über den Winter 1979/80 in der Halle genommen hatte, schon ganz gut. In meiner ersten Außensaison fand ich gleich Bereitwillige, die meine Tenniskenntnisse schnell verbesserten. Bald konnte ich daran denken, mich in die Damen-mannschaft einzufordern. Damit löste ich ein mittleres Beben aus. Ich hatte ja keine Ahnung, dass ich mit meinen Ambitionen dabei war, die Generation der Abteilungsgründer so langsam abzulösen. Ich erfuhr, wie alles angefangen hatte: zwei Tennisplätze, die zwar eingerichtet waren, aber nicht benutzt wurden - ein Gespräch beim Bier – jemand, der in einem anderen Verein schon Tennis spielte und Geburtshilfe leisten wollte – ein paar Begeisterte, die sich vorstellen konnten, gemeinsam den Einstieg zu schaffen. Bei soviel Pioniergeist spielte es keine Rolle, dass man bei Regen noch nicht einmal eine Unterstellmöglichkeit hatte, geschweige denn Umkleideräume oder ein Clubheim. So nach und nach wurden diese Dinge geschaffen: Zuerst ein einfaches Vordach, das an der Mauer zum Nachbargrundstück befestigt wurde, später dann das Tennishaus, das aber zunächst viel kleiner war als heute. Später kam dann eine Toilette im Kassenhäuschen hinzu und ein Umkleideraum mit Dusche im SSV Clubheim, der aber dem späteren Küchenausbau wieder zum Opfer fiel. Da man auch gerne bei Verbandsspielen mitmachen und seine Kräfte mit anderen Mannschaften messen wollte, musste ein dritter Platz her, der 1979 eingerichtet wurde, in demselben Jahr, indem ich später in den Verein eintrat. 1981 schlug man mir vor, die Abteilungsleitung zu übernehmen, was ich auch annahm. Ich lernte den Hauptvorstand kennen, der unter dem Vorsitz von Dr. Winkler damals die Geschicke des Vereins leitete. Dr. Winkler war auch Mitglied der Tennisabteilung und hat mir in vielen Bereichen mit Informationen zur Seite gestanden. So langsam nahm der Plan Gestalt an, dem Tennishaus einen Anbau anzugliedern. Dieser Anbau wurde 1984 fertig und gab den Tennisspielern die Möglichkeit, etwas gemütlicher zusammenzusitzen, wenn gegnerische Mannschaften zu Gast waren, oder wenn man wegen Regen eine Pause einlegen musste.
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Blick auf den Anbau des Tennishauses. In gemütlicher Runde sitzen:(v.l.) D. Abrahamszewski, M. Bürger, H. Bürger, H. Gilberg, H. Bernards)
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Der freigewordene Raum im alten Tennishaus wurde neu gestaltet mit zwei kleinen Umkleidekabinen. Duschen gibt es leider immer noch keine. Der Boden wurde gefliest, eine neue Küchenzeile eingebaut, die man als Ausstellungsstück preiswert erwerben konnte. Der Anbau wurde mit viel Liebe und handwerklichem Geschick einiger Mitglieder ausgebaut. Um auch bei Regen die Möglichkeit zu haben, draußen sitzen zu bleiben, haben wir 1985 eine große Markise angeschafft. Zuerst gab es ablehnende Worte von einigen Mitgliedern, aber schon nach kurzer Zeit konnte man sich die Markise nicht mehr wegdenken. 2004 ist sie durch eine neue ersetzt worden. In sportlicher Hinsicht ist ebenfalls ein Wandel eingetreten: Obwohl die Zahl der Mitglieder seit 1987 abgenommen hat, spielen heute mehr Spieler in Mannschaften als das früher der Fall war. Wir haben heute eine Herren 30-, eine Herren 50-, eine Herren 60-, sowie eine Damen 40-Mannschaft. Nachdem wir in den 80er Jahren mal eine Jugendmannschaft aus früheren Fußballspielern hatten, ist die Tennisabteilung heute eine reine Erwachsenenabteilung. Wir müssen uns unbedingt um Nachwuchs bemühen, damit die Abteilung auch eine Zukunft hat.
Die Damenmannschaft besteht sowohl aus Spielerinnen, die gerade erst ihr vierzigstes Lebensjahr erreicht haben, als auch aus Spielerinnen, die schon jenseits der 60 sind. Das fördert den Zusammenhalt und die gegenseitige Rücksichtnahme. Die Mannschaft hat in der vergangenen Winterrunde als einzige Mannschaft an Verbandsspielen teilgenommen und mit einem 8:0 Erfolg den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft. Das ist das erste Mal in der Geschichte der Abteilung, dass wir im Winter höher spielen als im Sommer.
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Die siegreiche Damenmannschaft von 2005: hintere Reihe v.l.:H. Kaps, I. Borchers, Ch. Michaelis, S. Piehl, E. Porsche, vordere Reihe v.l.:M. Steinmetz, K. Denz, H. Gilberg, U. Bär.Es fehlen: M. Bürger, G. Sander, D. Abrahamszewski.
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Im Laufe der letzten Jahre haben wir auch einige Veranstaltungen neu etabliert. Allen voran das Sommerfest, das gewöhnlich unter der Regie einer der Mannschaften ausgerichtet wird. Seit 2003 haben wir jedes Jahr ein Tennis-Trainingscamp mit dem ehemaligen Weltranglistenspieler Dan Hochberger veranstaltet. Der Kontakt zu Dan und die Organisation der Veranstaltung gehen auf das Konto von Elke Porsche.
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Vor dem Tennishaus mit neuer Markise: (v.l.)Dan Hochberger, G. Sander, Dirk Engels (als Co-Trainer)
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Nachdem ich aus Anlass der Familiengründung einige Jahre Ruhephase eingeschoben hatte und nur noch Tennis gespielt habe, ohne ein Amt zu bekleiden, habe ich mich in diesem Jahr entschlossen, wieder die Leitung der Tennisabteilung zu übernehmen. Die Tennisabteilung im Jahr 2006 ist ein Sportangebot für Menschen aller Altersklassen und Berufsgruppen. Nach wie vor ist Tennis bei uns für alle bezahlbar. Wir bieten neben gemütlichem Beisammensein auch Herausforderungen an die Kondition und Spielstärke. Hiermit möchten wir alle Interessierten einladen, doch mal bei uns vorbeizuschauen, nicht nur am Tag der offenen Tür.
Sabine Piehl
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